Zu 100 % „Made in Germany“: Fi.Bi.Tec etabliert hochwertige, thermoplastische Kunststoff-Fahrrradrahmen

Fahrradrahmenbau in Deutschland? Das stellt eine echte Rarität dar. Meist werden Carbon- und Alurahmen weit entfernt in Asien hergestellt, um anschließend über Tausende von Kilometern in die eigentlichen Märkte nach Europa verschifft zu werden. Damit einher gehen entsprechende CO2-Emissionen und nicht unerhebliche Umweltbelastungen.
Hier setzt Weber Fibertech als Spezialist in der Herstellung hochwertiger Kunststoff-Bauteile an und kann einige namhafte Kunden aus der Automobilindustrie zu seinem Kundenstamm zählen. Das Unternehmen aus Markdorf am Bodensee hat seine 25-jährige Erfahrung und Fertigungsexpertise auf diesem anspruchsvollen Gebiet erfolgreich genutzt, um mit seiner, vor drei Jahren gegründeten, Fahrradsparte Fi.Bi.Tec (Fibertech Bike Technology) Rahmen für Fahrräder und E-Bikes in Deutschland fertigen zu können. Und das in einem automatisierten Herstellungsprozess nach hohen Automobil-Qualitätsstandards.

Ausgeklügelt: Kunststoffmaterial Fibrit, Spritzguss-Fertigungsverfahren
Für seine eigene Rahmenproduktion hat Weber Fibertech den innovativen Werkstoff Fibrit entwickelt: Dahinter verbirgt sich ein neuartiger, thermoplastischer Polyamid-Kunststoff, verstärkt mit Recycling-Carbonfasern. Im, über mehrere Jahre optimierten, Herstellungsverfahren, wird zunächst der flüssige Thermoplast-Kunststoff als Schmelze in den Hohlraum (die sogenannte Kavität) zwischen den zwei Hälften einer Form mit hoher Geschwindigkeit gespritzt. Im nächsten, ebenfalls vollständig automatisierten, Produktionsschritt, kommt die technisch ausgeklügelte Wasserinjektions-Technologie (WIT) zur Anwendung. Hierbei wird unter hohem Druck Wasser in das Formwerkzeug eingebracht und auf diese Weise der noch flüssige Kunststoffschmelzkern aus der Kavität herausgedrückt. Ist die Hohlraumbildung abgeschlossen, läuft das Wasser zurück in den Wasserkreislauf. Zurück bleibt das an den Rändern des Formwerkzeugs kristallisierte, abgekühlte Kunststoffmaterial, aus dem der Rahmen entsteht. Dank dieses WIT-Verfahrens werden die für einen hochfesten, steifen Fahrrad- und E-Bike-Rahmen benötigten, finalen Windstärken der Konstruktion von Beginn an automatisch in die Konstruktion eingebracht.

Wirtschaftliche, umweltfreundliche Rahmenproduktion
Weiterer, essenzieller Vorteil des WIT-Spritzgussverfahrens: Die hocheffiziente, somit wirtschaftliche Rahmenfertigung und Nachhaltigkeit finden harmonisch zueinander. So kann die aus dem Hohlraum der Spritzgussform gedrückte Kunststoffmasse zurück in die Plastifizierungseinheit der Spritzgussmaschine wandern und beim nächsten Spritzzyklus genutzt werden. Materialvergeudung ade! Gleichzeitig können Bauteile für die Fahrradindustrie, wie Rahmen, Cockpit oder Kurbeln, mittels der Wasserinjektion im WIT-Prozess leichter gestaltet werden, konkurrieren so mit dem Gewicht eines Alu-Äquivalents.
Effizienter und somit kostengünstiger gestaltet sich die hochtechnisierte Fertigung auch, weil die Kühlung des Bauteils dank der Wasserinjektion bereits im Inneren des Spritzgusswerkzeugs stattfindet. Und da die Produktionszeit für ein Bauteil – verglichen etwa mit der Carbonrahmen-Fertigung – mit etwa einer Minute spektakulär gering ist, ist man bei Weber Fibertech mithilfe neuartiger Maschinen und hoher Investitionen fähig, für Rad- wie E-Bikemarken Rahmen und andere Parts wie Kurbeln oder Cockpit in Großserie zu einem Stückpreis zu fertigen, der trotz deutscher Produktion günstiger als der eines herkömmlichen Produkts aus Fernost liegt.

Geringe Nacharbeit am Spritzguss-Kunststoffteil nötig
Weiterer, zentraler Vorteil des Weber-Spritzgusses mit WIT-Wasserinjektion: Bauteile müssen kaum nachbearbeitet werden, bei gleichzeitig großer Designfreiheit. Zumeist beschränken sich die Nacharbeiten auf den optischen Feinschliff eines Produktes, weil dessen Funktionsintegration mit der beschriebenen Spritzgusstechnologie bereits gegeben ist und sich komplexe Konstruktionen in einem Guss umsetzen lassen. Dazu zählt ein Fahrrad-Cockpit mit integrierten Kanälen zur internen Kabelführung. Auch das wirkt sich positiv auf den Preis des finalen Produkts aus. Außerdem ermöglicht es Weber Fibertech seine automatisierte Produktionsweise, in einem einzigen Arbeitsschritt ein thermoplastisches Kunststoffteil mit einem Metall-Insert hochfest zu verbinden. Mit Blick auf den Technologieträger E-Bike betrifft das etwa die „Heirat“ von Kunststoffrahmen und metallischer Motoraufhängung oder Ausfallenden zu einer hoch belastbaren Einheit.

Top Recyclingfähigkeit, Wertschöpfung in Deutschland
Schließlich glänzt der von Fi.Bi.Tec entwickelte High-End-Kunststoff Fibrit mit hoher Recyclingqualität. Im Sinne des Cradle-to-Cradle-Prinzips (also: vom Produktursprung zum Produktursprung) lässt sich beispielsweise ein Kunststoff-E-Bike-Rahmen nach seinem „Lebensende“ vollständig zerkleinern. Das so gewonnene Granulat kann zum Beispiel als hochwertiges Rezyklat in technisch einfachen Strukturteilen Verwendung finden. Damit verbleibt der ursprüngliche Werkstoff konsequent im Materialkreislauf, was Umwelt und Ressourcen erheblich schont. Dazu trägt auch die von Weber Fibertech vollständig in Deutschland umgesetzte Produktion der Kunststoff-E-Bike-/Radkomponenten bei, die lange und per se umweltbelastende Transportwege konsequent ausklammert.
Die Attraktivität der von Weber Fibertech mittels Spritzguss und der besonderen Wasserinjektionstechnologie hergestellten Thermoplast-Kunststoffteile für die Radindustrie gründet sich zudem auf der Wertschöpfung in Deutschland, die hierzulande Arbeitsplätze sichert.

Gelungene Premiere: Erstes Serien-Kinderrad mit Weber Kunststoffrahmen mit Cyclingworld Euope Award ausgezeichnet.
Aktuell arbeitet die Fi.Bi.Tec-Abteilung von Weber Fibertech mit verschiedenen Herstellern in der Radindustrie an der Umsetzung kreativer Urbanbikes und E-Bikes. Außerdem existieren Kurbeln und Cockpits aus dem exklusiven Kunststoffwerkstoff Fibrit in Prototypenform.
Live und in Farbe wurde das erste Serienfahrrad mit dem von Weber Fibertech produzierten Kunststoffrahmen auf der Fahrradmesse Cyclingworld Europe in Düsseldorf vom 20. bis 22. März präsentiert. Am Stand von li:on Bikes zeigten die Co-Gründer der Marke, die beiden Ex-Radsportprofis Tony Martin und Marcel K1ittel, das in Studie erstmals 2023 gezeigte und jetzt erfolgreich zur Serienreife geführte, stylische 24“-Kinder- und Jugendrad. Mit diesem, in drei Varianten verfügbaren, Kids-Bike zielen seine ambitionierten Macher auf eine höhere Sicherheit der jungen Radfahrer:innen mithilfe bester Sichtbarkeit, weswegen sich der Rahmen des leichten Kinderrads durch die, formschlüssig in die Sitzstreben integrierte, helle Akku-Lichtanlage mit Tagfahrlicht auszeichnet. So wird eine 360°-Sichtbarkeit und höchste Sicherheit für Kinder erreicht, die die innovative, reflektierende Rahmenlackierung patentiert.
Diese Bemühungen wurden noch vor Messebeginn mit dem goldenen Europe Award in der Kategorie Kidsbikes gekürt! Die konsequente Bespielung des Themas Sicherheit zzgl. dem Innovationsgeist für den nachhaltigen Produktionsprozess Made in Germany haben die Jury überzeugt.
Thomas Arimond, Geschäftsführer bei li:on: „Die hervorragende Stimmung auf der CW und das positive Feedback von Herstellern und Händlern unterstreichen das große Potenzial unseres prämierten li:on bike für eine erfolgreiche Saison.“
Friedbert Schmitt, Geschäftsführer bei Weber Fibertech: „Wir freuen uns riesig über den goldenen Award – vor allem, weil er beweist, dass Innovation, Nachhaltigkeit und Fahrspaß bei Kinderfahrrädern kein Gegensatz sein müssen. Mit li:on wollen wir genau das auf die Straße bringen.“